Die Vorteile eines Auslandsaufenthaltes im Studium

Einen Teil des Studiums an einer ausländischen Universität zu verbringen ist ein Wunsch vieler Studenten. Diesen Traum zu verwirklichen, kann in der Realität oft komplizierter sein, als zuerst angenommen. Die gewohnte Umgebung, das familiäre Umfeld und die langjährigen Freunde einfach hinter sich zu lassen, um in einem fremden Land zu leben und zu lernen ist eine Herausforderung, die so manchen jungen Menschen auch abschreckt. Ein Auslandssemester bringt jedoch einige reale Vorteile mit sich. Alle diejenigen, die zögern, sich ins Abenteuer zu stürzen, finden hier 10 gute Gründe für ein Studiensemester im Ausland.

Eine Fremdsprache lernen und praktizieren

Wer hat nicht schon davon geträumt, fließend Englisch zu sprechen? Die meisten Schüler lernen seit der Grundschule diese Universalsprache, 97% der Schüler im nicht-englischsprachigen EU-Raum lernen Englisch als Fremdsprache. Englischsprachige Musik und Filme sind ein Bestandteil der Unterhaltungskultur. Allerdings verfügen nur sehr wenige Schulabgänger über ein gehobenes Englischniveau – und das ist verständlich, schließlich erfordert die Beherrschung einer Fremdsprache meistens einen längeren Aufenthalt in einem Land, in dem diese Sprache gesprochen wird. Der Fremdsprachenunterricht in der Schule reicht nicht aus, um zweisprachig zu werden. Dafür muss eine Sprache regelmäßig und ausgiebig praktiziert werden. Während eines Auslandssemesters bleibt den Studenten keine andere Wahl, als sich in der Landessprache zu verständigen und irgendwie damit klar zu kommen. Das kann zu Beginn schwierig erscheinen, innerhalb weniger Monate verbessern sich die  Sprachkenntnisse aber deutlich. Nach einem Jahr kann man davon ausgehen, die Fremdsprache gut zu beherrschen. Perfekte Fremdsprachenkenntnisse sind sehr wertvoll, sei es im Beruf oder im Privatleben. Fortgeschrittene Englischkenntnisse werden darüber hinaus heute schon fast als selbstverständlich angesehen.

Ein Mädchen, das den Computer betrachtet

Fremdsprache lernen

Das erste Mal unabhängig sein

Manche Dinge im Leben muss man einfach wagen. Ein Auslandssemester verlangt einiges an Unabhängigkeit und Organisationstalent und diese Eigenschaften sind später auch im Berufsleben gefragt. Im Ausland Behördengänge zu erledigen, eine Wohnung zu suchen und sich fortzubewegen erfordert Autonomie, Offenheit und persönliche Reife. Dabei lernt man nicht nur sehr viel, sondern man handelt auch eigenverantwortlich. In der Heimatstadt lebt und lernt man vielleicht weniger unabhängig und fühlt sich nur in einem gewissen Umfeld wohl. In einem Auslandssemester lernt man, sich anderen Gegebenheiten anzupassen und gleichzeitig autonom zu werden.

Eine andere Kultur kennenlernen

Jedes Land hat eine eigene, einzigartige Kultur. Ein Auslandssemester ist eine hervorragende Gelegenheit, diese fremde Welt zu entdecken. Schließlich ist der beste Weg, eine fremde Kultur kennenzulernen, in die Kultur einzutauchen und das ist nur möglich, wenn man Zeit in einem anderen Land verbringt. Sobald man im Berufsleben angekommen ist, stehen dafür nur zwei oder vier Urlaubswochen im Jahr zur Verfügung, ein Auslandssemester ist daher eine tolle Gelegenheit, für längere Zeit im Ausland zu leben. Beim Studium in der Heimat pflegt man meistens Umgang mit Menschen mit einem ähnlichen Hintergrund. Bei einem Auslandssemester aber trifft man auf Menschen mit den verschiedensten kulturellen Hintergründen, die verschiedene Sprachen sprechen. Dadurch kann man wertvolle, multikulturelle Erfahrungen machen und lernt, sich geschickt in diesem Umfeld zu bewegen.

Leute sitzen auf der Treppe

Eine andere Kultur kennenlernen

Neue Freundschaften schließen

Die Angst vor dem Alleinsein kann ein Grund sein, warum Studenten damit zögern, sich ins Abenteuer zu stürzen. Das ist aber vollkommen unbegründet. Die meisten Studenten schließen an einer ausländischen Uni sehr schnell viele neue Freundschaften. Unter den jungen Leuten aus den verschiedensten Ländern ist es oft sehr einfach, Kontakte zu knüpfen. Freunde mit einem anderen kulturellen Hintergrund sind eine Bereicherung und erweitern den eigenen Horizont. Generell ist das Studium vom Inhalt her auch weniger aufwendig strukturiert und so bleibt im Auslandssemester genügend Zeit für einen Teilzeitjob, Freiwilligenarbeit oder andere Aktivitäten. Dabei sollte man nur nicht vergessen, dass das Studium immer noch der Hauptgrund für den Aufenthalt ist.

Leute in der Bar

Neue Freunde treffen

Eine Zeit für persönliches Wachstum

Eines steht fest: ein Auslandsaufenthalt verändert die eigene Persönlichkeit, denn es ist immer eine einzigartige und intensive Erfahrung. Ein Auslandssemester macht sich nicht nur gut im Lebenslauf, sondern gibt dem Studenten auch Zeit und Gelegenheit, neue, persönliche Fähigkeiten zu entwickeln. In einer Welt, die stärker vernetzt ist denn je, werden Aufgeschlossenheit und Verständnis anderen Kulturen gegenüber immer wichtiger. Im Ausland zu leben und zu lernen fördert nicht nur das Verständnis für andere Menschen und andere Sichtweisen, sondern schafft auch einen geeigneten Kontext, um die gegenwärtigen Herausforderungen der globalisierten Welt zu verstehen. Neue Studienkameraden und Professoren fordern bestehende Annahmen heraus und lassen neue Denkweisen über die Welt entstehen. Eine fremde Region kennenzulernen und das Land zu bereisen ist darüber hinaus eine tolle Gelegenheit für neue Freizeitaktivitäten, Sportarten oder sonstige Hobbys und Interessen.

Ein Plus auf dem Lebenslauf

Wenn man als Bewerber im Lebenslauf eine Auslandserfahrung aufweisen kann, ist das sicher ein Pluspunkt in den Augen der Personalverantwortlichen. Es ist ein nicht unbedeutender Vorteil, denn damit wird bewiesen, dass man eine Fremdsprache beherrscht, selbstständig ist und keine Scheu vor neuen Erfahrungen hat. Das Auslandssemester auf dem Lebenslauf liefert beim Jobinterview erstmal guten Gesprächsstoff. Darüber hinaus aber verdeutlicht es dem Arbeitgeber, dass man über Eigenschaften wie Autonomie, Anpassungsfähigkeit, kulturelle Kompetenz und Initiative verfügt. Mit einem Auslandssemester wird man sich auf der Jobsuche von den Mitbewerbern abheben. Aufgrund der teilweise höheren Ausbildungsstandards und fortschrittlichen technischen Ausstattung an ausländischen Hochschulen haben Studenten mit Auslandserfahrung bessere Chancen bei der Jobsuche und belegen verantwortungsvollere Positionen. Sie sind Neuem gegenüber aufgeschlossener und gehen souveräner mit Situationen in einem internationalen Kontext um. Im Zeitalter der Globalisierung sind Absolventen mit Auslandserfahrung also besonders gefragt, denn bei den international agierenden Unternehmen gibt es immer mehr Bedarf an Fachkräften, die bereit sind, im Ausland zu arbeiten.

Leute sitzen in einem Raum

Von internationalen Experten lernen

Neue Lehrmethoden kennenlernen

Im Ausland zu studieren bedeutet auch, mit neuen Lehrmethoden in Berührung zu kommen. Die Vorlesungen erfolgen in der Landessprache, was zu Beginn etwas schwierig sein kann. Man gewöhnt sich aber sehr schnell daran. Das Verhältnis zwischen den Dozenten und den Studierenden ist auch von Land zu Land unterschiedlich. Mancherorts wird die Note für das gesamte Semester mit einer Abschlussprüfung bestimmt, während woanders kontinuierlich Leistungspunkte vergeben werden und großer Wert auf gemeinsame Debatten und Diskussionen gelegt wird. Viele ausländische Universitäten wenden erhebliche Geldmittel auf, um die erfolgreichsten Experten eines Fachgebietes als Gastdozenten und für studentische Projekte zu gewinnen. Das Auslandssemester ist eine Gelegenheit, um Zeit in einem weltweit führenden Zentrum des jeweiligen Interessenschwerpunktes zu verbringen und von anerkannten Experten zu lernen. Wer zum Beispiel Wirtschaftsdisziplinen wie Finanzwissenschaften, Ökonomie oder Management studiert, der wird sich zu den Zentren der Finanzwirtschaft, also New York, London oder Hongkong hingezogen fühlen. Wer der Politik zugewandt ist, interessiert sich wahrscheinlich eher für Brüssel – und in diesem Sinne zieht es internationale Studenten mit einem Interesse für innovativen Maschinenbau auch besonders oft nach Deutschland.

Kontakte knüpfen

Die Gelegenheit, neue Leute aus der ganzen Welt kennenzulernen ist einer der häufigsten Gründe, um im Ausland zu studieren. Im Studium arbeitet man mit Menschen aus der ganzen Welt zusammen und kann sich ein berufliches Netzwerk aufbauen, das die ganze Welt umspannt. In gewissen Berufen ist ein solches Netzwerk darüber hinaus unabkömmlich. Wie auch immer die eigene berufliche Zukunft aussehen mag, internationale Kontakte können für die spätere Karriere unerwartete Möglichkeiten eröffnen. Nicht selten kehren Studenten mit Auslandserfahrung später an den gleichen Ort zurück, um dort zu leben und zu arbeiten. Ein gutes Verhältnis zu den Professoren ist ebenfalls wertvoll, denn deren Expertise, Kontakte und Hilfestellung können im Studium und darüber hinaus sehr nützlich sein. Viele Studenten entwickeln in ihrem Auslandssemester enge Freundschaften und dank des technischen Fortschritts stellen Ozeane heute keine Barriere mehr da, um miteinander in Verbindung zu bleiben. Oft bleiben diese Freundschaften ein Leben lang bestehen.

Eine Herausforderung meistern

Junge Menschen brauchen neue Herausforderungen und ein Auslandssemester mit all seinen Höhen und Tiefen stellt eine solche Herausforderung dar. Sich als Ausländer in einer neuen Umgebung zurechtzufinden und dort alleine klar zu kommen ist eine schwierige Aufgabe. Um die Kosten für ein Auslandssemester zu decken, suchen  sich die Studenten manchmal auch einen Job neben dem Studium, insofern der Stundenplan das erlaubt. Eine neue Umgebung formt dabei den Charakter des Einzelnen und fördert neue Denkweisen. Der Umgang mit den verschiedensten Menschen fördert eine positive Einstellung und eine gute Urteilsfähigkeit. Daher bewirkt der Auslandsaufenthalt oft eine positive Veränderung in der Mentalität.

Zettel und ein Stift

Fordere dich heraus

Die eigenen Finanzen organisieren

Ein Auslandssemester beschließt man nicht von einem Tag auf den anderen. Für die Planung und Finanzierung gibt es aber einige Möglichkeiten. Die meisten Hochschulen verfügen über eine Reihe an Partnerhochschulen im Ausland. Über das Erasmus-Programm kann man ein Auslandssemester innerhalb der EU organisieren und es existieren private Agenturen, die ein Auslandssemester an der Wunsch-Uni vermitteln können. Die eigenen Finanzen zu planen und zu verwalten ist eine der wertvollsten Erfahrungen, die man in einem Auslandssemester macht. Für die Finanzierung gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die von Stipendien, eigenem Einkommen bis zum Auslands-BAFöG reichen können. In einem fremden Land lernt man auch eine andere Währung kennen, eröffnet ein Bankkonto und zahlt erstmals selbstständig Rechnungen. Daher ist ein Auslandssemester eine gute Gelegenheit zu lernen, für sich zu sorgen und sein Budget zu verwalten.