Das Fulbright-Programm

Die Fulbright-Kommission bietet internationalen Studenten eine Begleitung für Studienprogramme und Stipendien in den USA. Die Fulbright-Kommission wurde 1946 von dem amerikanischen Staatsmann J. William Fulbright gegründet. Fulbright war unter anderem Kongressabgeordneter und hatte einen bedeutenden Einfluss auf die Gestaltung der US-Außenpolitik. Die Deutsch-Amerikanische Fulbright-Kommission seit 1952 jedes Jahr auch an deutsche Studenten Stipendien, damit sie ihr Studium nach einem erworbenen Bachelor-Abschluss an einer Hochschule in den Vereinigten Staaten fortsetzen können. Die Kommission bietet eine umfassende Begleitung mit Informationsveranstaltungen, Finanzierung und Programmen während des Aufenthaltes.

Das Stipendium

Das Fulbright-Programm eignet sich für Studenten mit abgeschlossenen Bachelor oder höheren Qualifikationen. Es ist möglich, mit dem Fulbright-Programm einen Teil des Master-Studiums oder auch ein Doktorat oder Post-Doktorat in den USA zu absolvieren. Die Deutsch-Amerikanische Fulbright-Kommission fördert Forschungsprojekte und Akademiker, die den interkulturellen Austausch zwischen den USA und Deutschland vertiefen und ausbauen. Die Kommission hat bei der Stärkung universitärer und kultureller Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den USA eine führende Rolle inne.

Die Stipendien der Kommission belaufen sich auf etwa 40.000 US-Dollar für ein akademisches Jahr, also 8 bis 9 Monate. In einigen Fällen kann die Förderung bis zu 45.000 Dollar betragen. Diese Summe ist für die Studiengebühren und die Lebenshaltungskosten in den USA vorgesehen. Darüber hinaus übernimmt die Fulbright-Kommission auch die Flugkosten, die Auslandskranken- und Unfallversicherung, eine Pauschale für Sprachtest, Visagebühren und Gesundheitszeugnis sowie die Reisekosten zu einem Vorbereitungsseminar in Berlin. Da die Studiengebühren an den amerikanischen Hochschulen unterschiedlich hoch ausfallen, müssen die Kandidaten die individuellen Kosten berücksichtigen und falls diese den Rahmen des Stipendiums überschreiten, diese selber tragen. Das Programm richtet sich an alle Studiengänge und Forschungsrichtungen, also zum Beispiel auch an die bildenden und an die darstellenden Künste. Das wichtigste Auswahlkriterium ist das Niveau und die Qualität des Studiums. Darüber hinaus muss ein klares Forschungs- und Karriereprojekt definiert werden und zwei Empfehlungsschreiben von ehemaligen Dozenten oder Arbeitgebern vorgelegt werden. Die Bewerber werden in einem Auswahlgespräch genau auf ihre Eignung hin geprüft.

Darüber hinaus vergibt die Fulbright-Kommission auch Reisestipendien an Studenten, die ihren Aufenthalt anderweitig organisieren. Das Fulbright-Reisestipendium beläuft sich auf 2000 Euro und ist für die Deckung der Flugkosten, die Auslandskrankenversicherung und die Visagebühren gedacht. Jährlich werden etwa 100 Reisestipendien vergeben und die Bewerbung muss bis Mitte Januar für einen Studienbeginn im August desselben Jahres erfolgen.

Universitätsgelände

University of Mississippi

Die Bewerbung

Die Bewerbung auf ein Fulbright-Stipendium ist ziemlich umfangreich und erfolgt für Studierende direkt über das internationale Studienbüro der heimatlichen Hochschule. Die Bewerbungsperiode ist jeweils von April bis Ende Juni für einen Aufenthalt im darauffolgenden Kalenderjahr. Zu den erforderlichen Unterlagen gehören die bisherigen Studienleistungen, das Abiturzeugnis, ein Sprachnachweis wie der TOEFL-Test und diverse Empfehlungsschreiben, die alle ins Englische übersetzt und beglaubigt eingereicht werden müssen. Dazu kommt das ausgedruckte Bewerbungsformular, auf dem die Kandidaten bereits fünf ihrer Wunsch-Unis in den Vereinigten Staaten eintragen. Die Bewerbung umfasst auch ein ausführliches Motivationsschreiben, in dem das eigene Studienprojekt für das Auslandsjahr und Karriereziele in einem Essay dargelegt werden sollen. Darüber hinaus müssen die Kandidaten ein persönliches Statement verfassen, in dem die eigene Persönlichkeit und der eigene Werdegang kurz beschrieben werden sollen. Das Motivationsschreiben ist ein zentrales Element bei der Bewerbung für ein Fulbright-Stipendium. Die Kommission legt großen Wert auf die Persönlichkeit der Kandidaten und wie sich diese in den Essays widerspiegelt. Das persönliche Interesse an dem Aufenthalt und die präzise Darstellung des eigenen Studienprojektes sind daher besonders wichtig, ebenso wie das Engagement und die Aktivitäten außerhalb des Studiums. Das Höchstalter für ein Auslandsjahr in den USA liegt bei 35 Jahren. Kandidaten, die noch keine Auslandserfahrung in den USA oder anderen englischsprachigen Ländern gesammelt haben, werden bevorzugt behandelt. Studenten mit einer deutschen und US-amerikanischen Doppelstaatsbürgerschaft und deutsche Studenten, die bereits in den USA studieren, werden dagegen nicht bedacht.

Nach einer erfolgreichen schriftlichen Bewerbung erfolgt im September/Oktober desselben Jahres ein Auswahlgespräch bei der Deutsch-Amerikanischen Fulbright-Kommission in Berlin. Darin wird überprüft, inwieweit die Kandidaten sich mit den Unterschieden und Gemeinsamkeiten ihren jeweiligen Studiengangs auseinandergesetzt haben. Aktuelle Themen rund um die USA können ebenfalls ein Gesprächsthema sein. Über den Ausgang des Bewerbungsverfahrens werden die Kandidaten in den darauffolgenden Wochen schriftlich informiert.

Wird man anschließend von der Deutsch-Amerikanischen Fulbright-Kommission nominiert, folgt die Bewerbung an einer oder an mehreren amerikanischen Hochschulen. Dabei kann man sich entweder direkt bei den gewünschten Hochschulen bewerben oder überlässt dies der Kommission. Die Kommission übermittelt die Bewerbung jeweils nur an eine Hochschule und falls diese den Kandidaten ablehnt, geht die Fulbright-Kommission zur nächsten Hochschule über. Der Vorteil dabei ist, dass die Kandidaten dabei keine Gebühren für das Bewerbungsverfahren an den US-Hochschulen bezahlen müssen. Allerdings fällt die Wahl dann auch auf die erste Hochschule, die eine Zusage ausspricht. Bewirbt man sich selbstständig, trägt man auch die Gebühren von 50 bis 70 US-Dollar pro Bewerbung, allerdings hat man im Falle mehrerer Zusagen dann nochmal die freie Wahl. Sollte überhaupt keine Hochschule eine Zusage erteilen, wird das Stipendium leider nicht erteilt.

Universitätsgelände

Boston University

Fremdsprachenassistentinnen

Graduierte mit einem Bachelor- oder Masterabschluss in Anglistik, American Studies oder Graduierte im Fach Englisch auf Lehramt können sich auch auf ein Stipendium als Fremdsprachenassistenten an einem US-College bewerben. Die Fremdsprachenassistenten können damit ein Studienjahr lang an einem US-College Deutsch als Fremdsprache unterrichten. Die Bewerbung erfolgt in diesem Fall direkt bei der Fulbright-Kommission bis zum 1. November für einen Aufenthalt im darauffolgenden Jahr. Die Stipendiaten erhalten an der Gasthochschule freie Unterkunft und Verpflegung sowie 250 bis 500 US-Dollar im Monat. Beträgt die Allowance weniger als 500 US-Dollar, wird der Betrag von der Kommission aufgestockt. Die Fulbright-Kommission trägt darüber hinaus die Kosten für Hin- und Rückflug, Auslandskrankenversicherung und die Visagebühren. Bei Graduierten darf der Abschluss des Studiums nicht länger als zwei Jahre zurückliegen. Das Angebot richtet sich ausschließlich an Bewerberinnen, die höchstens 29 Jahre alt sind.

Bibliothek

Universitätsbibliothek in New York

Umfassende Betreuung

Die Fulbright-Kommission bietet ihren Austauschstudenten eine umfassende Betreuung, wie z.B. ein Vorbereitungsseminar im Heimatland und Seminare mit anderen Fulbright-Stipendiaten während des Auslandsjahrs in den USA. Darüber hinaus profitiert man auch vom Ehemaligen-Netzwerk des prestigeträchtigen Programms. Auch nach der Rückkehr ins Heimatland bietet die Organisation Events und Treffen für ehemalige Teilnehmer. Ein Auslandsjahr mit dem Fulbright-Stipendium ist auf jedem Fall ein Erfolg in der akademischen Laufbahn, schließlich sind unter den ehemaligen Stipendiaten ganze 45 Nobelpreisträger.

Mann und Frau, die eine Flagge halten

Gute Kenntnisse der US-Kultur werden erwartet

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