Nachteile eines Auslandssemesters

Hohe Kosten

Im Vergleich zu einem Studium in der Heimatstadt oder im Inland ist bei einem Auslandssemester mit höheren Kosten zu rechnen. Schließlich muss mit Flugkosten, hohen Mietpreisen und eventuellen Studiengebühren und höheren Lebenshaltungskosten im Ausland gerechnet werden. Außerdem sollte man soziale Aktivitäten und Besuche von Sehenswürdigkeiten im Gastland mit einkalkulieren. Man sollte also genügend Geldmittel für Unterhaltung, Kurztrips sowie eventuelle Notfälle beiseitelegen. Im europäischen Ausland ist es kein Problem, neben dem Studium zu jobben, in vielen anderen Ländern ist das aber für ausländische Studenten nicht möglich. Finanzielle Schwierigkeiten können die Erfahrung erheblich trüben. Daher ist es wichtig, die Kosten vor dem Aufenthalt realistisch einzuschätzen und deren Finanzierung sicherzustellen.

Kommunikationsschwierigkeiten

Bei einem Auslandssemester ist die Kommunikation zumindest anfangs eine der größten Hürden. Das kann von der Verständigung im Alltag bis zu einem eingeschränkten Verständnis der Vorlesungen reichen. Auch in einem Land, dessen Sprache man beherrscht, kann es aufgrund lokaler Dialekte zu Verständigungsproblemen kommen. Im schlimmsten Falle können die Kommunikationsprobleme bei Studenten zu Stress und Depressionen führen. Generell werden diese Probleme aber rasch überwunden, schließlich gibt es keinen besseren Weg, als direkt im Alltag eine Fremdsprache zu lernen und zu meistern. Zusätzlich ist es sinnvoll, sich vor der Abreise mithilfe von Online-Sprachprogrammen die wichtigsten Sätze einzuprägen und Übersetzungs- und Navigationsapps herunterzuladen, damit man sich bei der Ankunft besser zurechtfindet.

Ein Mädchen mit Koffern

Kommunikationsprobleme sind normal

Die Realität entspricht nicht den Erwartungen

Bei einem längeren Auslandsaufenthalt sollte man sich auf eine Menge Kulturschocks gefasst machen. Menschen mit unterschiedlichen Kulturen und Sichtweisen treffen aufeinander. Die Ankunft in einem fremden Land kann auch zu Enttäuschungen führen. Vielleicht hat man immer vom schönen Rom geträumt. Bei der Ankunft stellt sich aber heraus, dass das Traumziel nicht den Erwartungen entspricht. Wenn man nach Asien aufbricht, dann fallen die kulturellen Unterschiede natürlich größer aus, als wenn man in Frankreich oder Holland studiert. Der Lebensstandard ist oft ein anderer als in Deutschland. In den osteuropäischen Ländern gibt es immer noch viel Armut, in Indien leben die Menschen anders als in den USA. Man muss sich mit einer anderen Kultur und anderen Verhaltensweisen auseinandersetzen. Nicht überall herrschen zum Beispiel so hohe Standards im Umweltschutz oder im Tierschutz wie in Deutschland. In manchen Ländern läuft das Studium wesentlich lockerer ab als in Deutschland und die Studenten sind die meiste Zeit mit Feiern und Partys beschäftigt. Obwohl das fröhliche Beisammensein eine wichtige Erfahrung im Studentenleben ist, kann zu viel des Guten schnell dazu führen, dass man ein ganzes Semester im Ausland vergeudet hat.

Einsamkeit und Heimweh

Nicht jeder Student schafft es, sich in einem fremden Land auf das Studium zu konzentrieren. Das neue Umfeld kann befremdlich wirken und Heimweh verursachen. Manche Studenten finden keinen Anschluss und bleiben isoliert. Unsere Gesellschaft ist dank Skype, WhatsApp und den sozialen Mediennetzwerken immer besser vernetzt und es ist heute viel leichter, mit Freunden und der Familie in Kontakt zu bleiben. Das macht es aber nicht unbedingt leichter, in einem anderen Land am anderen Ende der Welt zu leben und zu studieren. Ein Auslandssemester kann ziemlich hart sein, denn alles ist neu und es fehlt das familiäre Netz an Freunden und Bekannten. Besonders am Anfang kann das zu Verstimmungen führen. Das ist vollkommen normal und meistens hilft dagegen, die neue Umgebung zu erkunden, an Aktivitäten teilzunehmen und so neue Freunde zu finden. Ein anfänglicher Kulturschock ist vollkommen normal. Man sollte sich daher erst einmal Zeit nehmen, im neuen Land anzukommen und dann Aktivitäten außerhalb der Hochschule zu einer Gewohnheit machen. Es kann in diesem Zusammenhang auch helfen, den Kontakt zu anderen Studenten oder zu Expats aus dem heimischen Kulturraum zu suchen.

Ein Mann sitzt am Ufer

Heimweh

Leistungen an der Auslandsuni werden nicht anerkannt

In jedem Land herrschen eigene Regeln und man kann nicht erwarten, dass jeder Creditpoint in jedem anderen Land anerkannt wird. Das schlimmste Szenario in diesem Zusammenhang wäre, wenn eine Universität oder ein Austauschprogramm eine Einladung ausspricht, der Student fleißig an der ausländischen Hochschule seine Credits sammelt und dann bei der Rückkehr in der Heimat feststellt, dass die Studienleistungen im Ausland nicht anerkannt werden. Das bedeutet nicht nur finanzielle Einbußen, sondern bringt auch den Abschluss in der vorgesehenen Regelstudienzeit in Gefahr. In den meisten Fällen bietet die Hochschule aber nur Partnerschaften mit ausländischen Hochschulen an, deren Creditpoints sie auch akzeptiert. Wenn man eine andere, spezifische Hochschule im Ausland besuchen möchte, dann kann die eigene Hochschule auch eine Ausnahme machen, das ist aber vom Einzelfall abhängig. Mit einer umfassenden Planung vor dem Auslandssemester kann man sich unerfreuliche Überraschungen bei der Rückkehr jedoch leicht ersparen. Dafür sollte man genau festlegen, welche Vorlesungen und Module an der heimischen Uni vorgesehen sind und sich gleichwertige Veranstaltungen mit ähnlichen Schwerpunkten und Creditpoints an der Hochschule im Ausland vor der Abreise heraussuchen. Diese Auswahl sollte dann mit der Studienberatung an der heimischen Uni abgesprochen werden. Der nächste Schritt besteht darin, sich diese Auswahl an Studieninhalten vom internen Prüfungsausschuss der Hochschule schriftlich bestätigen zu lassen. Es handelt sich dabei um ein rechtlich bindendes Formular, das sogenannte Learning Agreement. Falls vor Ort an der ausländischen Hochschule kurzfristige Änderungen im Programm stattfinden oder man aus irgendwelchen Gründen die vorgesehenen Module nicht belegen kann, sollte man mit der Studienberatung der Heimat-Uni Rücksprache halten und sich die Änderungen auf dem Formular von den Verantwortlichen vor Ort unterzeichnen lassen.

Eine Auslandskrankenversicherung ist notwendig

Ein Auslandssemester erfordert einiges an Planung und die Auslandskrankenversicherung ist ein wichtiger Punkt, der schon einige Monate vor der Abreise geklärt werden sollte. Dabei ist entscheidend, wo man das Auslandssemester verbringen wird. Innerhalb der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) und des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) sowie in der Schweiz übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen weiterhin anfallende Behandlungskosten, solange man in Deutschland den Studentenstatus beibehält und in der heimischen Uni immatrikuliert bleibt. Bei den meisten privaten Krankenkassen ist das ebenfalls der Fall. Vor der Abreise stellt die Krankenkasse eine Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) oder eine Anspruchsbescheinigung aus. In welcher Höhe die Behandlungskosten im Ausland übernommen werden, ist von den geltenden Bestimmungen im Gastland abhängig. Die heimische Krankenkasse verfügt in der Regel über einen Leistungskatalog für das jeweilige Land und in manchen Fällen kann es sinnvoll sein, eine private Zusatzversicherung abzuschließen.

Bei einem Studienaufenthalt außerhalb Europas hingegen ist eine private Auslandskrankenversicherung notwendig. Oft bietet die Hochschule direkt eine private Auslandskrankenversicherung an, es lohnt sich aber, diese mit anderen privaten Anbietern zu vergleichen, um ein kostengünstiges Angebot mit vergleichbarem Versicherungsschutz zu finden.

Gesundheitskarte

Gesundheitskarte

Fehlende Transportmöglichkeiten

Während eines Auslandssemesters kann es vorkommen, dass ein Student plötzlich dringend in sein Heimatland zurückreisen muss. Es existieren aber immer noch zahlreiche Länder, die von wenigen internationalen Fluglinien bedient werden oder wo eine kurzfristige Flugbuchung sehr teuer ist. Dies gilt es vor einem Auslandssemester ebenfalls zu bedenken.

Flugticket

Flüge sind oft teuer

Trotz der möglichen Nachteile sind die Vorteile eines Auslandssemesters nicht von der Hand zu weisen. Die positiven Aspekte sind weitaus umfangreicher als die negativen. Mit einer positiven Einstellung können viele der negativen Aspekte umgangen oder ausgeglichen werden.

Leave a Reply